Hans Peter Reuter ("Der blaue Reuter") in der Ausstellung "SODENER BLAU" mit Malerei und Objekten
in der STADTGALERIE Bad Soden am Taunus vom 8.-30.August 2009
Ausstellungseröffnung in Anwesenheit des Künsters ist am 7.8.2009, 19h. Nach Begrüßung durch den Bürgermeister Norbert Altenkamp, führt Prof. Heinz Riesenhuber, M.d.B. in die Ausstellung ein.
Hans Peter Reuter, 1942 in Schwenningen am Neckar geboren, gehört zu den renommierten Künstlern Deutschlands. Werkgruppen der Ultramarinblau gehaltenen Lichträume, scheinräumlichen Würfelprojektionen bis hin zu schwebenden Raumkörpern haben seine Arbeiten bestimmt. Sein blau gekachelter Illusionsraum auf der Documenta 1977 sowie eine Vielzahl von Kunstpreisen dokumentieren die internationale Anerkennung.

Mit seinen Würfel-Objekten und Raumbildern mit architektonischen Versatzstücken wie Glasdächern, Pfeilern, Gängen, Wasserbecken und vor allem Raster in der Form von Fliesen, schafft Reuter Umräume für den Menschen, die zwar aus der Figurenmalerei heraus entwickelt wurden, die jedoch ohne Figuren auskommen. In der Installation KAISERBLAU im Reichstagspräsidentenpalais in Berlin (2002) hat er die Varietá seiner surreal wirkenden Spannung zwischen Realität und Illusion auf die Spitze getrieben.

Der Künstler, der sich als „barocken Konstruktivisten“ oder „avantgardistischen Traditionalisten“ bezeichnet, überlässt scheinbar nichts dem Zufall. Die wechselnden Lichteinfälle, die Schattenelemente und Ausleuchtungen sind genauso geplant wie der nuancierte Einsatz von Farbe. Es ist ihm gelungen, das kompakte Ultramarin in eine Vielzahl von Farbstufen zu zerlegen und seine ihm eigene Position, neben dem Yves Klein Blau, auf dieser Skala zu bestimmen.
 

Eduard Beaucamp schrieb vor nunmehr 25 Jahren.

„Ist das Werk Hans Peter Reuters konkret oder illusionistisch? Seit bald dreißig Jahren wird bei der Diskussion seiner Arbeiten diese Frage aufgeworfen. Und stets bleibt sie unbeantwortet. Reuter hat es gewagt, das reine Konzept des Konstruktivismus durch Wiedereinführung der Perspektive und eine scheinbar reale Verräumlichung aufzubrechen.
Doch für diese irritierende Abweichung entschädigte  er sein Publikum durch moderne existentielle Suggestionen. Reuters Kunst überspielt damit den behaupteten Gegensatz von Abstraktion und Illusionismus und führt ihn ad absurdum. Wo der Illusionismus abstrakt und die Abstraktion illusionistisch erscheint, da greift die Absicht weiter.  Es geht offensichtlich um die Auflösung, Verwirrung und Überwindung aller Stil-, Vorstellungs- und Seinskategorien und um den Versuch ihrer Transzendierung.“